Café Abraham Nr. 35: Katholische Grundlagen für den interreligiösen Dialog

Café Abraham

Das 35. Café Abraham in Erlangen beschäftigte sich heute mit katholischen Grundlagen für einen interreligiösen Dialog. Wolfgang Epple, studierter katholischer Theologe aber bekennender Atheist, referierte hierzu zunächst über christlichen Glauben in den 1950er Jahren in seiner Kindheit, um anschließend auf Neuerungen des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) einzugehen. Im Folgenden werden einige der dort verfassten Positionen zum Umgang mit nicht-christlichen Religionen zusammengefasst wiedergegeben.

Neuerungen des II. Vatikanischen Konzils

Die Katholische Kirche begreift sich weiterhin als die wahre Kirche und das katholische und apostolische Glaubensbekenntnis als den „Königsweg“ zu Gott. Allerdings ändert die Kirche ihren grundsätzlichen Blickwinkel auf außerkatholische Konfessionen und nicht-christliche Religionen: „Das schließt nicht aus, dass außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind“. Und weiter „Der Heilswille umfasst aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.176 weitere Wörter

Wissenschaftliche Arbeit: Identitäts- und Staatskonzepte von Muhammad Asad

Muḥammad Asad, ein schillernder muslimischer Gelehrter, wurde am 2. Juli 1900 als Leopold Weiss in Lemberg geboren, das damals Hauptstadt der österreich-ungarischen Provinz Galizien war. Noch vor dem erstem und vor allem zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Nationalsozialisten verfügte Osteuropa und gerade die Region von Galizien über eine außerordentliche kulturelle Vielfalt. Weiss selbst stammte aus einer jüdisch-orthodoxen und gebildeten Rabbinerfamilie Lembergs und lebte als Angehöriger einer regional großen jüdischen Minderheit in einem christlichen Umfeld. Seit seiner frühesten Kindheit bekam er eine sehr intensiv-religiöse Erziehung und umfassende Bildung in der jüdischen Religion. Zum Studium der Psychoanalyse zog er nach Wien und erlebte dort die Diskussionskultur in den Wiener Caféhäusern. Von seiner jüdischen Kultur entfremdete sich Leopold Weiss zunehmend und zog nach Berlin, wo er im Jahre 1927 in der muslimischen Gemeinde im Umfeld der Wilmersdorfer Moschee zum sunnitischen Islam konvertierte und den Namen Muḥammad Asad annahm. In Reaktion auf die Schrecken des Ersten Weltkrieges und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts, bei dem sein Vater im KZ Theresienstadt und Mutter und Schwester in Auschwitz ermordet wurden, wollte Asad ein neues Staatskonzept auf Basis seiner Religion, des Islam, entwerfen. Zwar ist dieses Konzept längst durch die Menschenrechte überholt, allerdings ist heutzutage interessant zu betrachten, wie unterschiedlich staatliche Konzepte mit einem islamischen Referenzrahmen aussehen können. Viele seiner Standpunkte dürften dabei insbesondere religiösen Extremisten nicht gefallen.

 Der muslimische Gelehrte Muḥammad Asad. Muslimische Identität und eine islamische Staatstheorie als Alternative als PDF

Das ambivalente Verhältnis von Juden und Muslimen bei Maimonides

Cover MaimonidesÜber Jahrhundert lebten Juden und Christen als Minderheit in der arabisch-islamischen Welt. Das Verhältnis zu ihrer muslimischen Umwelt war von einer enormen Ambivalenz geprägt. Ähnlich wie beim Jiddischen in Europa, prägten die orientalischen Juden mit sprachlichen Besonderheiten einen eigenen arabischen Dialekt: das Judäo-Arabische. Der wohl größte Gelehrte des Judentums, Mosche ben Maimon (1135/38-1204), der uns insbesondere als Maimonides  bekannt ist, sprach zu seinen Lebzeiten dieses Arabisch als Muttersprache und verfasste zahlreiche Werke auf Arabisch mit hebräischen Lettern. An seiner Person ist das ambivalente Verhältnis zwischen Juden und Muslimen besonders gut nachvollziehbar. Um dieses Verhältnis des Zusammenlebens, der Verfolgung, von kultureller Abgrenzung und Symbiose näher zu beleuchten, wurden Maimonides‘ Sendschreiben in den Jemen, das an eine durch eine schiitische Sekte verfolgte Gemeinde gerichtet war, und dessen historische Hintergründe analysiert.

Die Arbeit erschien jetzt als Café Abraham-Publikation.

Das Deutsche Kaiserreich und die „Deutsche Dschihad-Strategie“

Teil 1 der Reihe Der bewaffnete Dschihad als Instrument imperialer Machtpolitik

Vierbund05h
Achsenmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich und Bulgarien

Wer in Zeiten des IS-Terrors das Wort „Dschihad“ liest, der denkt sofort an die Zwillingstürme des Terroranschlages gegen das Worldtradecenter oder die schrecklichen Bilder, die uns derzeit aus Syrien und dem Irak erreichen. Woher kommt dieses Phänomen, dass Zehntausende junge Männer in den Kampf ziehen und derartige Verbrechen begehen? Bei diesem Dschihadismus erinnern sich viele an die 80er Jahre, als islamistische Kämpfer in Afghanistan von den Vereinigten Staaten mit Waffen ausgerüstet wurden und dschihadistische Mobilisierung so für einen Kampf gegen die kommunistische Sowjetunion einspannen wollten. Schon damals zogen Kämpfer aus der ganzen Welt an den Hindukusch. Doch der Grundstein für den bewaffneten Dschihad als Instrument imperialer Machtpolitik wurde schon viel früher gelegt, nämlich im Deutschen Kaiserreich. „Das Deutsche Kaiserreich und die „Deutsche Dschihad-Strategie““ weiterlesen

Abraham bei Juden, Christen und Muslimen

Cover AbrahamSeit dem Terrorfeldzug des IS und dem Aufkommen der „P“egida-Bewegung werden religiös-politische Themen, insbesondere im Bezug auf den Islam, wieder äußerst kontrovers diskutiert. Oftmals wird der Islam einer „jüdisch-christlichen Tradition“ antagonistisch gegenübergestellt. Koran, Bibel, Talmud und andere Schriften hätten nichts miteinander gemein und seien auch nicht miteinander zu vereinbaren. Doch eint Juden, Christen und Muslime trotz signifikanter Unterschiede vielleicht doch mehr als ihnen bewusst ist?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wurde die Figur des Abraham in jüdischen, christlichen und muslimischen Quellen auf  theologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Religionen hin untersucht, denn jede Gruppe beansprucht Abraham für sich als Stammvater. Zu diesem Zweck wurden Forschungsliteratur und  hebräische, aramäische und arabische Quellen ausgewertet.

Die wissenschaftliche Arbeit Abraham – Theologische Symbiose und Unterschiede bei Juden, Christen und Muslimen erschien im Rahmen des Erlanger Trialogprojekts Café Abraham und wird für Sie kostenlos zum Herunterladen bereitgestellt.

„Café Abraham“ in Erlangen: „Kampf der Kulturen? Nicht mit uns!“

Café Abraham 1 Die schrecklichen Bilder der IS-Terroristen sind in diesen Tagen jedem bekannt. Neu entfacht ist dabei eine „Islam-Debatte“, die oft in die Richtung geführt wird „kann der Islam zu Deutschland gehören?“, „ist der Islam eine gewalttätige Religion?“. Im Irak werden Christen und Jesiden im Namen des Islam brutal verfolgt, vertrieben und ermordet. In den vergangenen Tagen erschien bei The Guardian ein Artikel, wonach George W. Bush gegenüber Jaques Chirac seinen Einmarsch im Irak mit einer biblischen Prophezeiung gerechtfertigt haben soll. „„Café Abraham“ in Erlangen: „Kampf der Kulturen? Nicht mit uns!““ weiterlesen

Wissenschaftliche Arbeit: Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945

Cover Hausarbeit Jüdische Moderne1945 – Die „Stunde Null“. Deutschland und Europa liegen in Trümmern, Millionen von Menschen sind getötet worden und die Überlebenden und Hinterbliebenen versuchen mit einfachsten Mitteln den Alltag zu meistern. Vor allem die jüdischen Überlebenden der Schoa, des industriellen Massenmordes durch die Nationalsozialisten, hofften im neu entstehenden Staat Israel, im Orient, eine neue Heimat zu finden. Viele Kibbutzim entstanden aber nicht im bis dato britischen Mandatsgebiet, sondern in der Fränkischen Schweiz. Während zahlreiche Juden schließlich tatsächlich auswanderten, blieben andere in Deutschland und fanden hier eine neue Heimat. Aus Provisorien wurden neue Gemeinden und ein fester Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Über diese und andere Entwicklungen jüdischen Lebens in Deutschland und dem Verhältnis der deutschen Juden zum Staat Israel handelt folgende wissenschaftliche Arbeit Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 – Anfänge und moderne Entwicklung.

Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 PDF

Mitstreiter von Geert Wilders konvertiert zum Islam

Islamisches Glaubensbekenntnis des ehemaligen Rechtspopulisten und Freundes von Geert Wilders Arnoud van Doorn, Screenshot: Fabian Schmidmeier

Weil es gar so schön ist, hier für Sie eine lustige Nachricht aus den Niederlanden. Dort treibt seit einigen Jahren der eingefleischte Islamhasser Geert Wilders sein Unwesen. Mit Forderungen wie Jordanien solle doch die Palästinenser aufnehmen oder der Koran in Europa verboten werden, brachte er es ins europäische Rampenlicht. Wilders bemüht sich seither um den Aufbau einer antiislamischen Front, die sich  ein betont „pro-israelisches“ Alibi-Image gibt. Seine antiislamische Partei PVV stieg auf zum Zünglein an der Waage, bis ihn die Wähler bei den letzten Wahlen stark abstraften. Jetzt dürfte ein neuer Vorfall in seiner Partei für Unmut sorgen. Geert Wilders‘ einst treuer Weggefährte und Freund Arnoud van Doorn, der als Kandidat Nr. 43 auf der PVV-Parteiliste antrat, konvertierte vergangenen Monat zum Islam. In einem Interview mit dem arabischen Nachrichtensender al Jazeera bestätigte er seinen Übertritt. Promt schmiss man ihn aus der Partei. Schade Schokolade.

Der saudische Staatsterror und die Rolle Deutschlands

Was soll man dazu sagen, dass einerseits vor islamistischen Terroristen gewarnt wird, die zumeist aus Saudi-Arabien finanziert werden, gleichzeitig aber diesem Staat modernstes Kriegsgerät und logistische Unterstützung seitens der deutschen, europäischen und amerikanischen Politik zukommt? Warum behauptet man, Deutschlands Sicherheit werde dadurch verteidigt, dass man gegen Taliban und „al-Qa’ida“ in Afghanistan einen Feldzug führt, aber genau diese Gruppen durch unsere Millionen wenn nicht Milliarden an Petrodollars finanziert werden? Was hat all das für Auswirkungen, wenn man genau in den Zeiten totalitäre Regime mit Waffen und Ausbildern ünterstützt, wo doch die arabische Welt in einer nie geahnten Revolution nach Freiheit und Würde strebt? Fragen die in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik viel zu wenig gestellt werden.
Das Nachrichtenmagazin Fakt hat diesbezüglich recherchiert und so einiges ans Licht gebracht, was viele Politiker mit Sicherheit nicht gerne sehen werden