Lipka-Tataren und Karaim: Osteuropas turkstämmige Muslime und Juden

Qaraylar

Sie heißen Achmatowicz, Chazbijewicz und Musatowicz, Besikowitsch oder Firkovičius. Es sind alte Familiennamen aus Osteuropa, von Angehörigen kleiner muslimischer und jüdischer Minderheiten turkstämmiger Herkunft, die bis heute auf dem Gebiet des heutigen Litauen, Polen, Weißrussland und der Ukraine leben. Seit mehreren Jahrhunderten gehören die muslimischen Lipka-Tataren und die jüdischen Karaim (Karaimer, Karäer) zum festen kulturellen Bestandteil Osteuropas. Eine zusammenfassende Darstellung von Geschichte, Kultur und Religionen der Lipka-Tataren und Karaim für abrahamicstudies.com. „Lipka-Tataren und Karaim: Osteuropas turkstämmige Muslime und Juden“ weiterlesen

Rezension – Benjamin Idriz: Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

Der Koran und die Frauen von Benjamin Idriz„Gründe für den gesellschaftlichen Zusammenbruch in der muslimischen Welt gibt es viele, dennoch stehen ganz oben auf der Skala die Art und Weise, wie wir unsere Kinder in Bezug auf Frauen erziehen und, damit verbunden, das Unrecht, das den Frauen im Namen des Islam angetan wurde“ (S. 126). So schonungslos und kritisch analysiert der deutsche Imam Benjamin Idriz in seinem neuen Buch „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“ Angehörige der eigenen Religion und den gegenwärtigen
Zustand in vielen islamisch geprägten Ländern. Es behandelt den gesamtgesellschaftlich äußerst kritisch und häufig polemisch diskutierten Themenkomplex „Islam und Frauen“. [weiterlesen…]

(zuerst erschienen bei der Hanns Seidel Stiftung: Unterdrückt oder gleichgestellt: Was steht wirklich im Koran?. Die Stellung der Frau im Islam. Eine Rezension von Benjamin Idriz‘ „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“, in: Politische Studien: Abgehängt auf dem Land?, 2019 Nov./Dez. Nr. 488, S. 71-73.)

 

„Der Islam ist ein Krebsgeschwür“ – Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus als akute Bedrohung

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Extremistische und gewalttätige Feindlichkeit gegenüber Muslimen ist in Deutschland ein massives Problem, was noch bei weitem nicht ausreichend Aufmerksamkeit bekommt. Es geht dabei um einen kontrovers diskutierten Themenkomplex, der mit Begriffen wie „Islamophobie“, „Islamfeindlichkeit“, „Muslimfeindlichkeit“ oder „antimuslimischer Rassismus“ wiedergegeben wird. Begriffe bergen immer eine gewisse Problematik. Sind sie evtl. zu ungenau, irreführend, ideologisch aufgeladen? Welche Begrifflichkeiten sind geeignet? Wie argumentieren extremistische Muslimfeinde und was unterscheidet Islamkritik von Muslimfeindlichkeit? Und was ist an dieser Muslimfeindlichkeit so akut gefährlich? „„Der Islam ist ein Krebsgeschwür“ – Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus als akute Bedrohung“ weiterlesen

Für eine interreligiöse Allianz gegen Extremismus und Terrorismus!

hands-1445472_1280Und wieder ein Anschlag mit Zig Toten, zu denen sich eine extremistisch-islamistische Gruppierung bekannt hat. Ob bei Charlie HEbdo, Bataclan, dem Istanbul Flughafen oder Sri Lanka, schnell ist die Ursache klar: „Der Islam“. Die Gemüter in den sozialen Netzwerken sind zurecht erhitzt, doch sollten wir uns auch sachlich damit beschäftigen, wie wir in Zukunft gegen Terroristen und vor allem deren Ideologie vorgehen können.

Eine wirksame Waffe gegen extremistischen Ideologen sind interreligiöser Dialog und eine interkonfessionelle Allianz aus Juden, Muslimen, Christen und Nichtglaubenden. Für viele mag dies zunächst wie realitätsfernes „Gutmenschen“-Gerede wirken, doch steckt dahinter eine konkrete Überlegung nach intensiver Beschäftigung mit Islamismus und Dschihadismus und deren ideologischen Strippenziehern. „Für eine interreligiöse Allianz gegen Extremismus und Terrorismus!“ weiterlesen

Das Konzept „Sexualität“ im Islam

Prof. Dr. Patrick Franke hielt im Zuge der Konferenz „The Concept of Person and the Concept of Sexuality in Judaism, Christianity and Islam“ (13.-15. Februar 2019) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen Vortrag zur Geschichte der ganz unterschiedlichen Sichtweisen auf Sexualität im Islam. Diese haben sich über die Jahrhunderte teils drastisch verändert.

Meinung: Islam und Verschwörungsmythen sind nicht miteinander vereinbar!

brother-2022486_1280In jedem Bekanntenkreis finden sich Menschen, die an „die große Verschwörung“ glauben, eine komplizierte Welt sehr einfach erklären und meinen „die Wahrheit“ erkannt zu haben. Hinter verschiedenen Ereignissen, zum Beispiel 9/11 oder die Erfolge des IS, stünden eigentlich Freimaurer, Zionisten, die Rothschilds, Georges Soros, Israel, Illuminaten oder am besten alle zusammen. Verschwörungsmythen, insbesondere die mit antisemitischen Grundlagen, sind en vogue und auch unter Muslimen weit verbreitet. Leider. Dabei verstoßen diese gegen fundamentale islamische Prinzipien.

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شرح سريع – „أسماء الله“ في اليهودية والمسيحية والاسلام

Mit dem Projekt „kurz erklärt“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg versucht KCID auf Deutsch und Arabisch die wichtigsten Inhalte von Judentum, Christentum und Islam kurz und knapp zu formulieren. Damit möchten KCID die Wissenschaft in den Dienst der Gesellschaft stellen. Hier ein erstes Video über die Gottesnamen in Judentum, Christentum und Islam.

شرح سريع هي مشروع الفيديوهات الجديد لشرح اوجه الاختلاف والاتفاق بين اليهودية والمسيحية والاسلام. المشروع تابع ل“المفاهيم الأساسيّة في الخطاب بين الأديان“ للجامعات ايخشطيط و ارلانغين الالمانية.

„Ich würde ja gern mal den Koran lesen“ – Aber wie?

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Zahlreiche Personen würden sich gern intensiver mit dem Islam befassen und wollen daher „mal den Koran lesen“. Wenn es um heilige Bücher geht, dann ist der Großteil der Deutschen von der Bibel geprägt. Obwohl auch der Koran aus dem selben Kulturraum stammt wie die Bibel, ist er ganz anders gegliedert und angeordnet. Jeder benötigt daher wenigstens rudimentäres Rüstzeug, um etwas verstehen zu können. Viele verwirrt oder verwundert ein erster Blick in den Koran und lässt sie eventuell wieder davon Abstand nehmen. Von Abrahamic Studies gibt es daher im Folgenden eine kleine „Koran-Einsteigehilfe“ für Laien. „„Ich würde ja gern mal den Koran lesen“ – Aber wie?“ weiterlesen

„Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt“ – „Wahr ist, was uns verbindet“

hand-1917895_1920„Wahr ist, was uns verbindet“. Unter diesem Titel sprachen Aleida und Jan Assmann anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018. Die Rede wurde zum Gesprächsthema in unserer Forschungsstelle Forschungsstelle Key Concepts in Interreligious Discourses – KCID an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sprach sie doch uns allen in vielen Punkten aus der Seele. Und so zielt auch unser Leitspruch „Der Mensch ist Feind dessen, was er nicht kennt“ in eine ähnliche Richtung wie der Titel der Friedenspreisrede. Unsere Wünsche und Ziele sollen daher in Bezug auf die Rede Aleida und Jan Assmann dargestellt werden, die mit ihrer bahnbrechenden Forschung zum kulturellen Gedächtnis alter Völker, die vor Tausenden von Jahren blühten, wie unsere Forschungsstelle eine „Archäologie des Wissens“ betreiben, die für unsere Menschheit von entscheidender Bedeutung ist und sein wird. [weiterlesen…]

Videoprojekt „kurz erklärt“ über Judentum, Christentum und Islam

Hass und Hetze über und zwischen Religionen verbreiten sich in sozialen Netzwerken rasant. Als Wissenschaftler wollen wir nun dem etwas Fundiertes entgegensetzen, nämlich ein Projekt, das gezielt auf YouTube, Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien Wissen über Judentum, Christentum und Islam vermittelt. Die Wissenschaft soll damit aus ihrem „Elfenbeinturm“ heraustreten und ihr Know How in den Dienst der Gesellschaft stellen. Komplizierte Themen müssen für die Allgemeinheit verständlicher gemacht werden, gerade wenn es um Judentum, Christentum und Islam geht. Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit, Intoleranz gegenüber religiösen Menschen, Rassismus oder anderen auf dem Vormarsch befindlichen Phänomenen ist nicht einfach zu begegnen. Dabei wollen wir mit kurz erklärt helfen.

Das Angebot wird zunächst auf Deutsch und Arabisch erscheinen, kann gezielt in der Jugend-, Flüchtlings- und Integrationsarbeit, Deradikalisierung und Radikalisierungsprävention eingesetzt werden. Um besser miteinander leben zu können müssen wir mehr übereinander wissen, religiöse Gemeinsamkeiten kennenlernen und Unterschiede akzeptieren lernen. Die Forschungseinheit Key Concepts in Interreligious Discourses – KCID der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Katholischen  Universität Eichstätt-Ingolstadt möchte hier einen Beitrag dazu leisten.