Rezension – Benjamin Idriz: Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

Der Koran und die Frauen von Benjamin Idriz„Gründe für den gesellschaftlichen Zusammenbruch in der muslimischen Welt gibt es viele, dennoch stehen ganz oben auf der Skala die Art und Weise, wie wir unsere Kinder in Bezug auf Frauen erziehen und, damit verbunden, das Unrecht, das den Frauen im Namen des Islam angetan wurde“ (S. 126). So schonungslos und kritisch analysiert der deutsche Imam Benjamin Idriz in seinem neuen Buch „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“ Angehörige der eigenen Religion und den gegenwärtigen
Zustand in vielen islamisch geprägten Ländern. Es behandelt den gesamtgesellschaftlich äußerst kritisch und häufig polemisch diskutierten Themenkomplex „Islam und Frauen“. [weiterlesen…]

(zuerst erschienen bei der Hanns Seidel Stiftung: Unterdrückt oder gleichgestellt: Was steht wirklich im Koran?. Die Stellung der Frau im Islam. Eine Rezension von Benjamin Idriz‘ „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“, in: Politische Studien: Abgehängt auf dem Land?, 2019 Nov./Dez. Nr. 488, S. 71-73.)

 

Meinung: Islam und Verschwörungsmythen sind nicht miteinander vereinbar!

brother-2022486_1280In jedem Bekanntenkreis finden sich Menschen, die an „die große Verschwörung“ glauben, eine komplizierte Welt sehr einfach erklären und meinen „die Wahrheit“ erkannt zu haben. Hinter verschiedenen Ereignissen, zum Beispiel 9/11 oder die Erfolge des IS, stünden eigentlich Freimaurer, Zionisten, die Rothschilds, Georges Soros, Israel, Illuminaten oder am besten alle zusammen. Verschwörungsmythen, insbesondere die mit antisemitischen Grundlagen, sind en vogue und auch unter Muslimen weit verbreitet. Leider. Dabei verstoßen diese gegen fundamentale islamische Prinzipien.

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„Ich würde ja gern mal den Koran lesen“ – Aber wie?

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Zahlreiche Personen würden sich gern intensiver mit dem Islam befassen und wollen daher „mal den Koran lesen“. Wenn es um heilige Bücher geht, dann ist der Großteil der Deutschen von der Bibel geprägt. Obwohl auch der Koran aus dem selben Kulturraum stammt wie die Bibel, ist er ganz anders gegliedert und angeordnet. Jeder benötigt daher wenigstens rudimentäres Rüstzeug, um etwas verstehen zu können. Viele verwirrt oder verwundert ein erster Blick in den Koran und lässt sie eventuell wieder davon Abstand nehmen. Von Abrahamic Studies gibt es daher im Folgenden eine kleine „Koran-Einsteigehilfe“ für Laien. „„Ich würde ja gern mal den Koran lesen“ – Aber wie?“ weiterlesen

Kurz erklärt: „Jesus war ein Moslem“ ?

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Jesus bei der Bergpredigt, muslimisch-persische Miniatur

Seit einigen Tagen gibt es insbesondere auf Twitter und Blogs Aufregung um eine neue Titelgeschichte des SPIEGEL, die sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Jesus-Traditionen in Christentum und Islam beschäftigt. Dass dort auf dem Titelbild Jesus Christus als der „Sohn Gottes“ dargestellt wird, ist für viele selbstverständlich, doch „Jesus, der Moslem“ irritiert nicht gerade wenige. Für Muslime gilt es als selbstverständlich, dass Abraham, Isaak, Jakob und auch Jesus „Muslime“ waren. Doch warum überhaupt , und was ist hier anders als im Christentum? „Kurz erklärt: „Jesus war ein Moslem“ ?“ weiterlesen

Islam und Apokalypse: Gog und Magog im mittelalterlichen islamischen Denken

Gog und Magog Wiki

In der Bibel finden sich zahlreiche Erzählungen und Prophezeiungen von bevorstehenden apokalyptischen Ereignissen. So auch von Gog und Magog. Diese sind, je nach Interpretation, ein oder mehrere Völker, die am Ende der Zeit, von Norden kommend, die Levante verwüsten und Tod und Verderben auf der Erde verbreiten werden. Insbesondere das Buch Ezechiel (AT) und die Offenbarungen des Johannes (NT) sind geprägt von den Erzählungen um Gog und Magog. Da sich der Islam als Fortsetzung von Judentum und Christentum versteht, ist es nicht verwunderlich, dass die selben apokalyptischen Narrative und Prophezeiungen auch im Koran angesprochen werden und Raum für weitreichende Spekulationen und Interpretationen bieten. „Islam und Apokalypse: Gog und Magog im mittelalterlichen islamischen Denken“ weiterlesen

Asbab an-Nuzul: Die historische Methode als Tradition des Islam

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Vielerorts wird in Debatten die pauschalisierende Aussage, der Islam müsse noch eine „Aufklärung“ durchmachen und benötige dringend einen „muslimischen Martin Luther“ verkündet. Ob es angesichts der neosalafistischen Ideologie tatsächlich so sinnvoll ist, sich an jenem Luther zu orientieren, der in seinen „Judenschriften“ einen radikalen Antijudaismus predigte, 1543 die Vertreibung der Juden aus den evangelischen Fürstentümern erreichen und sich gerade bezüglich der hebräischen Bibel stärker am Ur-Wortlaut orientieren wollte, sei einmal dahingestellt. Von seiner Haltung gegenüber Ketzern einmal ganz abzusehen.

In der islamischen Theologie gibt es vielmehr seit den frühesten Jahrhunderten islamischer Zeitrechnung eine Art „historisierende Methode“, die seit jeher ein fester Bestandteil der Koranexegese und Textauslegung ist. Diese asbab an-nuzul (dt. „Anlässe der Offenbarungen“) stellen die einzelnen Koranverse mithilfe von Überlieferungen in einen historischen Kontext, auf dessen Basis sich das Produkt der Auslegung oftmals grundlegend vom Wortlaut des jeweiligen Verses unterscheidet. Wäre es statt einem „muslimischen Luther“ und einer „Aufklärung“ daher nicht sinnvoller, Neuinterpretationen auf Grundlager einer Rückbesinnung auf traditionelle islamische Auslegungsformen zu erwirken?

Auf die Rolle der in der öffentlichen Diskussion um „den Islam“ aber auch im innermuslimischen Diskurs gänzlich untergehenden „Offenbarungsanlässe“ geht folgende wissenschaftliche Arbeit ein [Arbeit hier lesen … ]