Was man über den Syrien-Konflikt wissen sollte
Syrien ist aus der Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Ständig sieht man Bilder leidender Zivilisten, zerstörter Städte und vom Kampf der Rebellen der Freien Syrischen Armee gegen einen grausamen Diktator. Für Unkundige erscheint dieser Konflikt besonders kompliziert. Wie konnte es dazu kommen, dass die Gewalt derart eskaliert? Schließlich begann die Revolution mit Demonstrationen für mehr Freiheit und nicht mit einer bewaffneten Rebellion. Wer kämpft eigentlich gegen wen? Was für eine Rolle spielen al-Qaida oder die Hisbollah? Folgender Artikel soll die wichtigsten Fragen so einfach wie möglich und umfassend wie nötig beantworten und ist an ein Publikum gerichtet, dass sich nicht ständig mit dieser Thematik auseinandersetzt.
Inhalt
1. Wie alles begann
2. Proteste für ein demokratisches Syrien und den Sturz des Regimes
3. Die Gründung der Freien Syrischen Armee
4. Zwischenfrage: Warum spielt die Religion bei dem Konflikt eine so große Rolle?
5. Zwischenfrage: Wer kämpft gegen wen?
6. Erstes Auftreten sunnitischer Islamisten
7. Menschrechtsverletzungen und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung
8. Warum konnten die sunnitischen Islamisten so stark werden?
9. Der Sturm der Freien Syrischen Armee auf Aleppo: Mit dem Islam gegen Assad
10. Al-Qaida in Syrien: Die Kämpfer von Jabhat an-Nusrah
11. Andere große sunnitisch-islamistische Verbände
12. Interessen der Staaten Iran, USA, Russland und Israel
13. Sunniten gegen Schiiten: Der Eintritt von Hisbollah und schiitischen Milizen in den Krieg „Was man über den Syrien-Konflikt wissen sollte“ weiterlesen
Interview: Gibt es Pressefreiheit im Arabischen Frühling?
Folgendes Interview mit dem renommierten Journalisten Dr. Matt J. Duffy führte mein Kollege Marcus Schoft und wurde zuerst auf http://www.marcus-schoft.de veröffentlicht
Durch die neuen Medien wie Twitter, Facebook und YouTube lernen arabische Studenten, was Pressefreiheit bedeutet. “Und sie lieben es”, versichert Dr. Matt J. Duffy. Einige Jahre hat der Privatdozent der Universität Georgia in Abu Dhabi Journalismus gelehrt, wurde dann aber des Landes verwiesen. Beim Internationalen Journalistentreffen (IPI World Congress) in Amman diskutierte er mit der ägyptischen Journalistin Abeer Saady und ihrem arabisch-amerikanischen Kollegen Ahmed Shihab-Eldin über die Rolle von Medien und Pressefreiheit im Arabischen Frühling. Eines der größten Probleme des arabischen Journalismus sieht Duffy dabei in der Ausbildung junger arabischer Journalisten. In einem Interview am Rande der Konferenz spricht er über die arabische Journalistenausbildung und das arabische Erwachen. Denn von Frühling will er noch nicht reden.
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Eindrücke aus Indonesien: Interessante Menschen und atemberaubende Landschaften
Denkt man an die islamische Welt, dann meint man oft, die meisten Muslime würden in arabischen Staaten leben, das heißt im Orient. Doch das größte aller muslimischen Länder liegt in Südostasien. Es handelt sich um Indonesien. Von seinen 237 Millionen Einwohnern bekennen sich ungefähr 88 Prozent zum sunnitischen Islam. 9 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Kleinere Minderheiten sind Buddhisten und Hindus. Letztere findet man vor allem auf der Insel Bali.
Vergangenes Jahr führte mich eine Reise zunächst in die Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java und später in das Herz der Insel, nach Malang. Java ist berühmt für seine kulturelle und vegetative Vielfalt. Seit Jahrtausenden findet man auf der bevölkerungsreichsten Insel Indonesiens eine Vielzahl an Ethnien und Volksgruppen mit unterschiedlichsten Sprachen und religiösen und kulturellen Gebräuchen. Neben den interessanten und scheinbar immer gut gelaunten Menschen stößt man auch auf atemberaubende Landschaften. (Auf das erste Bild klicken um Slideshow zu starten)
Syrien: Warum sich das Gesicht der Revolution veränderte
Seit Anfang 2012 treten in Syrien immer mehr islamistische Gruppierungen auf. Zu ihnen gehören etwa die Kata’ib Ahrar ash-Sham (Verbände der Freien Syriens) oder Jabhat an-Nusrah (Unterstützungsfront) Straff organisiert und mit enormer militärischer Schlagkraft liefern sie nun die lang ersehnte Unterstützung, die sich die Revolutionäre und die Freie Syrische Armee zunächst aus dem Westen erhofft hatten. Durch das Schweigen unserer „Volksvertreter“ fühlen sich die Menschen vor Ort im Stich gelassen oder werten dies als stille Zustimmung zum brutalen Vorgehen des Regimes. Gleichzeitig zeigen viele Selbstgerechte in Europa und den USA auf die Radikalisierung und legitimieren dadurch die Enthaltung der Staaten, die sonst ihre freien und demokratischen Staatsformen als maßgeblich für die gesamte Welt preisen. Doch was ist der Grund dafür, dass islamistische Organisationen in der Form in Syrien Fuß fassen können? Was bleibt von den Idealen der Revolution und wie und warum hat sich das Gesicht der Revolution derart geändert? Folgende Dokumentation „Vergießt keine Tränen mehr“ – Wie Anwar radikal wurde gibt darüber Aufschluss.
Aleppo: Von der Welt im Stich gelassen?
Folgende Kurzdokumentation von Channel 4 News zeigt den brutalen Alltag in der kriegsgebeutelten, syrischen Millionenmetropole Aleppo. Die Bevölkerung fühlt sich von der Welt im Stich gelassen und vom Westen, in den viele zu Beginn ihre Hoffnung setzten, verraten.
Obama in Jerusalem: Komplette Rede auf Englisch
In den vergangenen Tagen reiste US-Präsident Barack Obama durch den Staat Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien. Von palästinensischer Seite zeigte man sich zutiefst enttäuscht, da Obama nicht den gewünschten Druck auf Israel ausübt, dass diese die illegalen Siedlungsaktivitäten auf palästinensischem Gebiet unterlassen. Daher war seine Ankunft begleitet von Protesten. Völlig unerwartet schlug Obama dann doch in einer Rede vor israelischen Studenten in Jerusalem verhältnismäßig kritische Töne an. Hier für Sie die Rede auf Englisch:
Vice: Dokumentation „Widerstand im Westjordanland“
Wust el Balad: „Zornige Revolution“
Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Bei erneuten Protesten im Schatten der Prozesse gegen Anhänger des Fußballvereins von Port Said, bei denen nun 21 Todesurteile bestätigt wurden, wurde nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mindestens ein Mensch getötet.
Nun hat die Band Wust el Balad auf ihrer Facebook- und Twitter-Seite ein Video ihres Liedes „Thaurat Ghadab“ (arab. für „Revolution der Wut“ und sinngemäß „Zornige Revolution“) mit Bildern der Revolution veröffentlicht, da sich die damaligen Ereignisse in diesen Tagen zu wiederholen scheinen. Die Band möchte damit ihre Forderung nach einer „zornigen Revolution gegen alles Schlechte im Land“ ausdrücken und betonen, dass sich an diesem Anliegen, auch nach dem Sturz von Mubarak, nichts geändert hat.
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Die Welt blickte gebannt auf die Fernsehbildschirme, als die Großdemonstrationen gegen den langjährigen Machthaber Hosni Mubarak und sein auf Korruption, Zensur und brutaler Unterdrückung basierendes Regime begannen. Heute jährt sich die „Revolution des 25. Januar“ zum zweiten Mal. Junge Revolutionäre begannen die Ereignisse dieser Tage und auch den Frust darüber, zentrale Forderungen immer noch nicht erreicht zu haben, in einer speziell für Ägypten charakteristischen Streetart auszudrücken. Solch eine Form der Kunst hat es so in dem Land noch nie gegeben. Sie erstreckt sich von subversiven Tags, Schablonen-Graffiti bis kunstvollen Gemälden, mit denen einerseits den Märtyrern gedacht, aber auch die alten und neuen Herrscher am Nil mit Humor aufs Korn genommen werden.
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