Die syrische Revolution (Teil 6) – Zwischen Regime und Dschihadisten: Christliche Milizen in Syrien

Logo_of_the_Syriac_Military_CouncilTeil 6 der Reihe Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren? betrachtet einige christliche Milizen in Syrien, die sich entweder dem Regime, der Freien Syrischen Armee oder der syrischen PKK (YPG) angeschlossen haben. Der Artikel basiert auf Recherchen bis Ende März 2014 kurz vor dem rasanten Aufstieg des IS ab April, da die Reihe das Vorfeld des Erfolgs des IS beschreibt. Betrachtet werden nur Teilaspekte und eine Auswahl an militanten Organisationen, keine zivilen Oppositionellen oder Regimebefürworter. Auf die Frage, ob sich die Christen mehrheitlich regimenah oder regimekritisch positionieren wird aufgrund der hohen Komplexität und der Tatsache, dass eine Beantwortung dieser Frage nahezu unmöglich ist, verzichtet. Es soll lediglich ein Überblick über einzelne Positionierungen bis zu der Zeit kurz vor den Erfolgen des IS und den damit verbundenen Schwierigkeiten dargestellt werden. „Die syrische Revolution (Teil 6) – Zwischen Regime und Dschihadisten: Christliche Milizen in Syrien“ weiterlesen

Ökumenischer Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit

Bildschirmfoto 2016-01-07 um 09.14.11Der Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit wurde 2013 gemeinsam von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben. Er zeigt die brutale Realität für Millionen von Christen in der Welt, kritisiert dabei aber evangelikale Instrumentalisierungen und Verzerrungen, wie den Verfolgungsindex von Open Doors.

Der Bericht als PDF.

Interview mit MDR Sputnik zu den Spannungen zwischen Saudi Arabien und Iran

Heute wurde ich von MDR Sputnik zu den Spannungen zwischen Iran und Saudi Arabien nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi Arabien befragt. Hier meine Einschätzungen:

Für den gesamten Beitrag auf das Bild klicken

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Reihe „Die syrische Revolution – Von der Demonstrationsbewegung zum konfessionell gefärbten Bürgerkrieg“

 

Hinweis: Da zahlreiche verlinkte Youtubeaccounts nicht mehr existieren, wurden die Videos vom Autor dieses Artikels gesichert. Fragen hierzu an fabian.schmidmeier@gmail.com 

Der IS-Terror erschüttert die Weltöffentlichkeit. Seit einigen Monaten gehen zahlreiche Bücher über angebliche Ursachen für den Aufstieg der Terrorgruppe über die Ladentheke. Besonders die Autoren, die die Flüchtlingskrise als islamische Invasion und Verschwörung darstellen und den Islam als Grundursache für den Terrorismus ausmachen, verdienen sich derzeit eine goldene Nase. Andere, durchaus sehr gehaltvolle Bücher, behandeln den US-amerikanischen Kriegseinsatz im Irak, der in der Tat zu der Gründung der heutigen IS-Basis geführt hat, jedoch nicht den rasanten Aufstieg des sogenannten „Islamischen Staates“ allein erklären kann.

Der anhaltende Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime und dessen Entwicklung von einer Demonstrationsbewegung hin zu einem Konflikt mit inzwischen stark konfessionellen Zügen, wird dabei meist vergessen. Dieser ist meiner Ansicht nach aber DER Katalysator für den Aufstieg sowohl von al-Qaida, als auch des IS. Die vorliegende Reihe befasst sich daher explizit mit der Revolution in Syrien und der Polarisierung hin zu einem Bürgerkrieg mit starken konfessionalistischen Parteien. Die Reihe geht dabei gezielt der Frage auf den Grund „Wie konnte sich die Revolution radikalisieren?“.

Hier die bisher erschienenen Artikel der Reihe:

Teil 1: Der Aktivist Abdel Basit as-Sarout

Teil 2: Von der Freien Syrischen Armee zur Islamischen Front

Teil 3: Die Radikal-schiitischen Milizen an der Seite Assads

Teil 4: Die Entwicklung radikal-islamistischer und neosalafistischer Rebellengruppen vor dem Aufstieg des IS

Teil 5: Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung

Teil 6: Zwischen Regime und Dschihadisten – Christliche Milizen in Syrien

Teil 7: Von der Nusra-Front zu ISIS

 

Die syrische Revolution (Teil 5) – Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung

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In der Mitte vorne Mihrac Ural, Chef der Pro-Assad-Miliz „Liwa Iskenderun“

Seit dem Ausbruch der Unruhen in Syrien im März 2011 gilt die Küstenregion als „Bollwerk“ des Regime. Die Küstenregion ist gleichzeitig das Kerngebiet der Alawiten Syriens. Demonstrationsikonen wie die Schauspielerin Fadwa Sulaiman blieben die Ausnahme. Der vorliegende Artikel wird sich nur mit einer Auswahl an Gründen für eine Polarisierung beschäftigen und nicht mit der zivilen Opposition. Assad Klan selbst gehört zur Minderheit der Alawiten. Es werden Gründe für eine enge Bindung von Alawiten an das Regime aufgelistet und Aspekte einer sunnitisch-alawitischen Polarisierung im Verlaufe des Konflikts dargestellt. Teilweise wurde diese vom Regime bewusst geschürt. „Die syrische Revolution (Teil 5) – Aspekte alawitisch-sunnitischer Polarisierung“ weiterlesen

Erhobener Zeigefinger ist KEIN IS-Gruß!

Folgender Kommentar bezieht sich auf einen Bericht der Tagesschau

zeigefingerSeit gut einem Jahr lese und höre ich hin und wieder von einem sogenannten “IS-Gruß”. Neben Hamed Abdel-Samad berichten nun auch die Tagesthemen und die Tagesschau im Zuge von Ditib-Mitgliedern, denen Verbindungen ins radikal-salafistische Milieu nachgewiesen wurden. Inhaltlich ist die Behauptung, der ausgestreckte Zeigefinger sei ein Erkennungsmerkmal des IS, aber unzutreffend.

Der erhobene Zeigefinger hat nach muslimischer Tradition eine gottesdienstliche Bedeutung. Er symbolisiert das Glaubensbekenntnis (Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes), mehr nicht. Im muslimischen Gebet hebt der Gläubige bei der Passage mit dem Glaubensbekenntnis den Zeigefinger an. Allgemein symbolisiert das Zeichen die Zugehörigkeit zum Islam. Dass gerade die Tagesthemen mit Ahmet Senyurt derartige Fehlinformationen übernehmen ist fatal. Hamed Abdel-Samad, der dies erstmals in der Zeit schrieb, kann dabei durchaus Bösartigkeit unterstellt werden. Er agiert sehr aggressiv gegen jede Form der Religiosität und unterstellt nicht nur dem Islam, sondern auch Judentum und Christentum, im Kern faschistische Züge zu tragen. Dadurch dass das Zeigefinger-Symbol mit dem IS gleichgesetzt wird, kann Abdel-Samad eine viel größere Anzahl von völlig normalen Menschen in schlechtes Licht rücken.
Kurzum: Der erhobene Zeigefinger ist genauso wenig der “IS-Gruß” wie Schwarz-Rot-Gold die “Pegida-Flagge”
Die Kommentarfunktion unter dem Video wurde leider sehr bald deaktiviert.
Das gewaltige Problem radikalisierter Jugendlicher und auch Erwachsener bleibt indes unabhängig von dem oben Geschriebenen bestehen und darf auch nicht verharmlost werden. Die Ditib muss hier sofort und entschieden handeln, so wie es ihr Sprecher auch klar und deutlich formuliert hat!
In Erlangen wollen wir mit dem Café Abraham in Zusammenarbeit mit Kollegen des Deradikalisierungsprogramms Derad.org Netzwerk sozialer Zusammenhalt, Prävention, Deradikalisierung extremistischen Tendenzen entgegen wirken. Meiner Erfahrung nach wirken gegen Radikalisierung insbesondere Wissen und die menschliche Begegnung mit den angeblichen “Feinden”.

Die syrische Revolution (Teil 4) – Die Entwicklung radikal-islamistischer und neosalafistischer Rebellengruppen vor dem Aufstieg des IS

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Zahran Alloush, Militärchef der Islamischen Front und Chef der Dschaisch al-Islam

Seit der Schlacht von Aleppo im Juli 2012 radikalisierte sich ein großer Teil der syrischen Rebellen zusehends. Die Führung der Freien Syrischen Armee büßte immer mehr an Sympathie ein. Neosalafistische Kampfgruppen konnten dies für sich nutzen. Welche Gruppen dominierten in diesem Spektrum in Syrien bis zum Aufstieg des IS? Welche Programmatik verfolgten und verfolgen neosalafistische Rebellen? Diese Fragen sind bei einer Erklärung des Erfolges von al-Qaida und IS von enormer Bedeutung. Im Folgenden wurden die wichtigsten neosalafistischen Kampfgruppen Syriens dargestellt und deren Programme übersetzt und analysiert. Al-Qaida und der IS werden nicht in diesem Teil behandelt.

Inhalt:

1. Die neosalafistische Bewegung Ahrar asch-Scham: Wohlfahrt und Guerilla

2. Die Gründung der Syrischen Islamischen Front

2.1 Die Charta der Syrischen Islamischen Front: Sturz des Regimes und Errichtung einer „zivilisierten islamischen Gesellschaft“

2.2 Konsequenzen für die nicht-sunnitische Bevölkerung Syriens

3. Die Gründung der Islamischen Front

3.1 Die antischiitische Ideologie von Zahran Alloush und der Islamischen Front

3.2 Die Charta der Islamischen Front und Konsequenzen für Nicht-Sunniten und die Haltung gemäßigter Sunniten

4. Fazit: Konfessionelle Polarisierung als unausweichliche Folge

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Die syrische Revolution (Teil 3) – Die radikal-schiitischen Milizen an der Seite Assads

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Ein wichtiger Aspekt in den einzelnen Stufen der Radikalisierung und Konfessionalisierung in Syrien und dem Irak ist der Eintritt radikal-schiitischer Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg. Dieser Aspekt wird bei der Betrachtung von Auslandskämpfern in Syrien und dem Aufstieg radikaler Kräfte meist übersehen. In Teil 3 der Reihe Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren? betrachte ich daher eine Auswahl radikal-schiitischer Kampfgruppen und deren Mobilisierung für einen bewaffneten Dschihad in Syrien – an der Seite von Assad.

(Hinweis: Da zahlreiche verlinkte Youtubeaccounts nicht mehr existieren, wurden die Videos vom Autor dieses Artikels gesichert.) 

Inhalt:

1.„Labbayka ya Husain“: Radikal-schiitische Kämpfer für Assad

2. Die Iranischen Revolutionsgarden in Syrien

3. Der Eintritt der libanesischen Hisbollah in den Krieg: Die Schlacht von al-Qusair als Anfang des offen konfessionellen Konfliktes

3.1 Hasan Nasrallahs Rede zum Eintritt der Hisbollah in den syrischen Bürgerkrieg

3.2 Mutmaßliche Kriegsverbrechen der Hisbollah auf dem Schlachtfeld in Syrien

4. Liwa Aba l-Fadl al-Abbas (dt. „Abbas Brigade“)

5. Liwa Dhu l-Fiqar (Dhu l-Fiqar-Brigade)

6. Liwa Ammar ibn Yasir (Ibn Yasir-Brigade) in Aleppo

7. Mobilisierung des kollektiven Gedächtnisses der Schiiten

8. Fazit: Eintritt schiitischer Kampfgruppen als Eskalationsstufe für einen konfessionellen Konflikt


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Die syrische Revolution (Teil 2) – Von der Freien Syrischen Armee zur Islamischen Front

Bildschirmfoto 2015-12-14 um 23.10.58Folgender Artikel ist Teil 2 der Reihe Syrien: Wie konnte sich die Revolution radikalisieren?. Zuletzt wurde die Radikalisierung des Aktivisten Abdel Baset as-Sarout rekonstruiert. Ziel dieses Teils ist es einen Überblick über den Radikalisierungs- und Konfessionalisierungsprozess innerhalb der Freien Syrischen Armee von ihrer Gründung bis zum Dezember 2013 zu verschaffen. So sollen die Ereignisse bis unmittelbar vor dem Aufstieg des IS dargestellt werden. Dafür wurden zahlreiche Fachartikel, Aktivistenvideos und Stellungnahmen ausgewertet. In dem Artikel kann nicht die Entwicklung der gesamten FSA , sondern einzelne Prozesse in Teilen der FSA exemplarisch dargestellt werden.

Dem Verfasser dieses Artikels ist es dabei wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nur um die Darstellung eines Teils der Syrischen Revolution und ausschließlich um die Betrachtung militärischer Formationen der bewaffneten Opposition geht und gezielt Konfessionalisierungstendenzen untersucht. Der Text betrifft nicht die zivile Opposition oder ökonomische und andere Gründe für Revolution und Konfessionalisierung.

Der Artikel basiert auf der Bachelorarbeit des Autors. Für die Verständlichkeit wurde allerdings auf die wissenschaftliche Umschrift verzichtet.

Inhaltlicher Überblick:

  1. Die Freie Syrische Armee: Überkonfessionelle aber stark sunnitisch geprägte Revolutionsarmee
  2. Radikalisierungstendenzen und anti-schiitisches Auftreten am Beispiel von Namensgebung und Äußerungen
  3. Betont sunnitisches Auftreten der Freien Syrischen Armee am Beispiel von Liwa’ at- Tawhid in der Schlacht um Aleppo ab Juli 2012
  4.  Beginn der Eroberung Aleppos 
  5.  Die Schlacht um Aleppo als „Türöffner für al-Qaida“ in Syrien 
  6. Die Spaltung der Freien Syrischen Armee und Gründung der Islamischen Front    
  7. Fazit: Das Gesicht der bewaffneten Opposition hat sich verändert 

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Die syrische Revolution – Teil 1: Der Aktivist Abdel Basit as-Sarout

Die syrische Revolution hat ihr Gesicht seit 2011 drastisch verändert. Eine sehr ambivalente Persönlichkeit steht sinnbildlich für die Tragik der syrischen Revolution, für optimistischen Aktivismus, Demokratiebegeisterung, Schmerz und Leid, Ernüchterung und Radikalisierung und schließlich den Tod: Abdel Basit as-Sarout. Folgendes Porträt über Sarout ist über Jahre hinweg für meine Bachelorarbeit 2014 entstanden und wurde bis heute aktualisiert.

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