Kategorie: Arabischer Frühling (va. Syrien, Ägypten)
„Rebellen“: Ägyptische Künstler zum Jahrestag der Revolution
„Das System ist noch nicht gefallen. Unsere Revolution dauert an, friedlich“. Das ist die Botschaft junger ägyptischer Künstler, die sich mit der Regierung Mursi nicht abfinden wollten und sich mit der Tamaddor-Bewegung solidarisierten, die in den vergangenen Tagen Millionen auf die Straßen strömen ließ. Nun ist Mursi gestürzt, die Künstler und Tamarrod-Anhänger warten auf Reformen.
Publikation zum Arabischen Frühling: Die Rolle der Medien in Zeiten der Arabellion
Syrien: Warum sich das Gesicht der Revolution veränderte
Seit Anfang 2012 treten in Syrien immer mehr islamistische Gruppierungen auf. Zu ihnen gehören etwa die Kata’ib Ahrar ash-Sham (Verbände der Freien Syriens) oder Jabhat an-Nusrah (Unterstützungsfront) Straff organisiert und mit enormer militärischer Schlagkraft liefern sie nun die lang ersehnte Unterstützung, die sich die Revolutionäre und die Freie Syrische Armee zunächst aus dem Westen erhofft hatten. Durch das Schweigen unserer „Volksvertreter“ fühlen sich die Menschen vor Ort im Stich gelassen oder werten dies als stille Zustimmung zum brutalen Vorgehen des Regimes. Gleichzeitig zeigen viele Selbstgerechte in Europa und den USA auf die Radikalisierung und legitimieren dadurch die Enthaltung der Staaten, die sonst ihre freien und demokratischen Staatsformen als maßgeblich für die gesamte Welt preisen. Doch was ist der Grund dafür, dass islamistische Organisationen in der Form in Syrien Fuß fassen können? Was bleibt von den Idealen der Revolution und wie und warum hat sich das Gesicht der Revolution derart geändert? Folgende Dokumentation „Vergießt keine Tränen mehr“ – Wie Anwar radikal wurde gibt darüber Aufschluss.
Aleppo: Von der Welt im Stich gelassen?
Folgende Kurzdokumentation von Channel 4 News zeigt den brutalen Alltag in der kriegsgebeutelten, syrischen Millionenmetropole Aleppo. Die Bevölkerung fühlt sich von der Welt im Stich gelassen und vom Westen, in den viele zu Beginn ihre Hoffnung setzten, verraten.
Wust el Balad: „Zornige Revolution“
Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Bei erneuten Protesten im Schatten der Prozesse gegen Anhänger des Fußballvereins von Port Said, bei denen nun 21 Todesurteile bestätigt wurden, wurde nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mindestens ein Mensch getötet.
Nun hat die Band Wust el Balad auf ihrer Facebook- und Twitter-Seite ein Video ihres Liedes „Thaurat Ghadab“ (arab. für „Revolution der Wut“ und sinngemäß „Zornige Revolution“) mit Bildern der Revolution veröffentlicht, da sich die damaligen Ereignisse in diesen Tagen zu wiederholen scheinen. Die Band möchte damit ihre Forderung nach einer „zornigen Revolution gegen alles Schlechte im Land“ ausdrücken und betonen, dass sich an diesem Anliegen, auch nach dem Sturz von Mubarak, nichts geändert hat.
Themenverwandtes:
2 Jahre danach: Graffiti der Revolution
Interview mit Gudrun Krämer: „Ein ziviler Staat mit islamischem Referenzrahmen“
2 Jahre danach: Graffiti der ägyptischen Revolution
Die Welt blickte gebannt auf die Fernsehbildschirme, als die Großdemonstrationen gegen den langjährigen Machthaber Hosni Mubarak und sein auf Korruption, Zensur und brutaler Unterdrückung basierendes Regime begannen. Heute jährt sich die „Revolution des 25. Januar“ zum zweiten Mal. Junge Revolutionäre begannen die Ereignisse dieser Tage und auch den Frust darüber, zentrale Forderungen immer noch nicht erreicht zu haben, in einer speziell für Ägypten charakteristischen Streetart auszudrücken. Solch eine Form der Kunst hat es so in dem Land noch nie gegeben. Sie erstreckt sich von subversiven Tags, Schablonen-Graffiti bis kunstvollen Gemälden, mit denen einerseits den Märtyrern gedacht, aber auch die alten und neuen Herrscher am Nil mit Humor aufs Korn genommen werden.
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Bahrain: Eine vergessene Revolution
Auch in dem Inselstaat Bahrain kommt es seit dem Beginn des Arabischen Frühlings zu Demonstrationen gegen den Diktator al-Khalifa. Das sunnitische Königshaus unterdrückt seit Jahrzehnten die schiitische Bevölkerungsmehrheit besonders brutal. Als al-Khalifa den Demonstranten nicht mehr Herr wurde, marschierte Saudi Arabien kurzerhand ein und schoss die Kundgebungen nieder. Warum aber schweigt der Westen hier – anders als in Libyen und anderen arabischen Staaten? Ein arte-Team hat den Inselstaat besucht und das Leben der Bevölkerung im Ausnahmezustand dokumentiert:
Al Jazeera: Dokumentation über die Revolution in Bahrein
Hier eine sehenswerte Dokumentation des arabischen Fernsehsenders al-Jazeera über die Proteste in Bahrein aus dem Jahre 2011:
Krieg in Syrien: Der Suq von Aleppo
Das Vice-Team hat sich Ende Oktober in das derzeit heftig umkämpfte Aleppo begeben, um dort den fürchterlichen Alltag für die Zivilbevölkerung und die Zerstörung von Jahrhunderte altem Kulturgut zu dokumentieren. Folgendes Video zeigt die Verwüstung auf dem historischen Markt im Herzen der Altstadt von Aleppo.
Weitere Vice-Aufnahmen aus Syrien:
Achtung! Aufnahmen enthalten zum Teil schockierende Bilder!
Ground Zero: Syria (Part 1) – Assad’s Child Victims
Ground Zero: Syria (Part 2) – The Attrocities Within Aleppo’s Field Hospital

